Chinas strategische Ölbevorratung mildert Preisanstieg im Zuge des Iran-Konflikts

Seit dem Ausbruch des Konflikts im Nahen Osten Ende Februar hat China seine Rohölimporte reduziert und sich auf seine umfangreichen Vorräte verlassen, was dazu beigetragen hat, eine schwerwiegendere Energiekrise zu verhindern.

Paul Gruenwald, globaler Chefökonom bei S&P Global Ratings, stellte fest, dass Chinas Maßnahmen effektiv ein 'Doomsday-Szenario' abwendeten, das aus einer Schließung der Straße von Hormuz, einem kritischen Engpass für die globale Ölversorgung, resultiert hätte.

Schätzungen zufolge hält China bis Dezember 2025 1,4 Milliarden Barrel strategische Rohölvorräte, was erheblich mehr ist als die 825 Millionen Barrel der USA. Jüngste Daten zeigen jedoch eine Erholung der Rohölimporte Chinas, die im Juli und August um 22 % bzw. 6,2 % im Vergleich zum Vormonat gestiegen sind, obwohl sie weiterhin unter dem Niveau des Vorjahres liegen.

Sollte China seine Importniveaus vor dem Krieg wieder aufnehmen, könnte der Aufwärtsdruck auf die globalen Ölpreise zunehmen, was die Wirtschaftswachstumsprognosen beeinflussen könnte. Analysten, darunter Krishna Srinivasan vom IWF, warnen, dass hohe Ölpreise einen stärkeren Einfluss auf das globale Wachstum haben könnten als derzeit angenommen.

Chinas proaktive Maßnahmen, einschließlich der Bevorratung und einer Hinwendung zu sauberer Energie, haben die Wirtschaft in die Lage versetzt, diese Schocks zu bewältigen, wobei Kohle weiterhin einen erheblichen Teil des Energiebedarfs deckt.

Dan Wang von Eurasia Group hob hervor, dass Chinas Modell, obwohl es in einer stabilen Wirtschaft nicht effizient ist, sich als effektiv erwiesen hat, um durch diese Krise zu navigieren. Ausblickend warnte der Goldman Sachs-Ökonom Daan Struyven, dass die Ölpreise aufgrund der anhaltenden Störungen im Versand weiterhin auf 120 Dollar pro Barrel steigen könnten.

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