Die 10-Jahres-Staatsanleihe-Rendite erreichte den höchsten Stand seit Januar 2025, angetrieben von eskalierenden Spannungen im Nahen Osten und steigenden Inflationsängsten. Die Preise für Brent-Rohöl stiegen auf über 100 US-Dollar pro Barrel, nachdem Houthi-Rebellen Tanker in der Nähe von Saudi-Arabien angegriffen hatten, verbunden mit US-Drohungen einer erhöhten militärischen Aktion.
Dieses Umfeld hat Bedenken hinsichtlich eines höheren Bundesdefizits aufgrund steigender Staatsausgaben geweckt. Peter Boockvar, Investmentchef bei One Point BFG Wealth Partners, wies darauf hin, dass der Anleihemarkt seit 2020 in einer Bärenphase ist, und er erwartet, dass die 10-Jahres-Rendite die 5%-Marke erneut testen könnte, was erhebliche Auswirkungen auf den Aktienmarkt hätte.
Historisch gesehen waren Renditen über 5% mit einer verringerten Nachfrage nach Aktien verbunden, und Boockvar warnte, dass ein anhaltender Anstieg über diese Schwelle für Aktien nachteilig wäre. Trotz der aktuellen Rendite von 4,7% bleibt der S&P 500 nahe seinem Allzeithoch, was darauf hindeutet, dass die Investoren derzeit unbeeindruckt sind.
Steve Englander von Standard Chartered bemerkte jedoch, dass die zugrunde liegenden Gründe für steigende Renditen entscheidend sind; wenn die Inflation den Anstieg antreibt, könnte dies zu einem Verkaufsdruck bei Aktien führen, während Produktivitätsgewinne die Auswirkungen mildern könnten.
Die Rendite muss noch um weitere 0,3 Prozentpunkte steigen, um 5% zu erreichen, aber schnelle Anstiege der Staatsanleiherenditen sind häufig vorgekommen, was darauf hindeutet, dass der Markt schnell auf neue Entwicklungen reagieren könnte.