Der Aktienmarkt Südkoreas hat in diesem Jahr einen signifikanten Rückgang bei den Börsengängen (IPOs) erlebt, mit nur 15 neuen Notierungen und Einnahmen von rund 700 Millionen Dollar bis zum 3. Juni, im Vergleich zu einem Durchschnitt von 80 Notierungen und 8 Milliarden Dollar Einnahmen jährlich von 2020 bis 2025.
Dieser Rückgang wird auf Herausforderungen bei der Governance-Reform und die hohe Konzentration der Marktkapitalisierung unter den fünf größten Chaebols – Samsung, SK, Hyundai Motor, LG und HD Hyundai – zurückgeführt, die zusammen etwa 70 % der Marktkapitalisierung ausmachen.
Die Erbschaftssteuerpolitik des Landes, die eine Steuer von 50 % auf Beträge über 3 Milliarden Won (2 Millionen Dollar) erhebt, ermutigt diese Konglomerate, niedrigere Bewertungen und freie Streuungen aufrechtzuerhalten.
Als Reaktion darauf hat Südkorea die 'Corporate value-up initiative' ins Leben gerufen, die darauf abzielt, den 'Korea discount' zu adressieren, der dazu führt, dass lokale Aktien unter ihren internationalen Pendants gehandelt werden.
Die Korea Exchange hat Pläne angekündigt, Mutter-Tochter-Notierungen zu verbieten, um Minderheitsaktionäre zu schützen, und plant, rund 300 Unternehmen von der Börse zu nehmen, um den Markt zu straffen. Während dieser Rückgang bei den IPOs die Bewertungen für bestehende Muttergesellschaften verbessert hat, hat er das Fundraising-Umfeld für Risikokapital negativ beeinflusst.
Analysten deuten darauf hin, dass sich die IPO-Landschaft in Richtung eines selektiveren Ansatzes verschiebt, mit der Erwartung, dass Unternehmen im Bereich der KI-Infrastruktur zukünftige Notierungen dominieren werden, angetrieben von den Stärken des Landes im Halbleitersektor.
Öffentliche Finanzierung und industrielle Unterstützung werden entscheidend für das Wachstum der KI-Industrie Südkoreas sein, wie die jüngsten Investitionen des National Growth Fund verdeutlichen.