Historisch gesehen haben europäische Aktien nicht das gleiche Maß an Anlegerenthusiasmus wie US-Aktien angezogen, hauptsächlich aufgrund von weniger wachstumsstarken Unternehmen und flacheren Kapitalmärkten.
Ein Anstieg der staatlichen Fiskalausgaben zu Beginn des Jahres 2025 hat jedoch den Markt revitalisiert, wobei der Stoxx 600 Index, der eine Vielzahl von Unternehmen in Europa abbildet, in diesem Jahr um 10 % gestiegen ist, obwohl er hinter der Rendite des S&P 500 von 13,5 % zurückbleibt.
Goldman Sachs hat gängige Missverständnisse über die europäischen Märkte in Frage gestellt und festgestellt, dass die Performance vielfältiger war als allgemein wahrgenommen.
Sie wiesen darauf hin, dass europäische Banken seit 2022 die Magnificent 7-Technologiewerte erheblich übertroffen haben und dass der Stoxx trotz Herausforderungen wie Zollschocks und einer Energiekrise seit Anfang 2025 den S&P 500 übertroffen hat.
Goldman ging auch dem Mythos nach, dass die chinesische Konkurrenz eine erhebliche Bedrohung für europäische Unternehmen darstellt, und stellte klar, dass die größten Sektoren wie Finanzen, Pharma und Technologie nicht besonders anfällig für kostengünstige Importe aus China sind.
Der Automobilsektor hat jedoch zu kämpfen, da der Stoxx Autos Index im bisherigen Jahresverlauf um 16 % gefallen ist, während Unternehmen wie Volkswagen AG und Stellantis mit rückläufigen Verkaufszahlen und zunehmendem Wettbewerb konfrontiert sind.
BNP Paribas schlägt vor, dass Europa zwar im Bereich der KI hinterherhinkt, jedoch von den Fortschritten in der KI profitieren könnte, insbesondere im Automobilsektor, der derzeit unterbewertet ist. Portfoliomanagerin Sophie Huynh betonte das Potenzial in diesen tief bewerteten Sektoren und deutete an, dass der Markt Zeit benötigen könnte, um dieses Potenzial zu erkennen.
Goldman stellte auch fest, dass das Hinterherhinken in der KI als Absicherung für Anleger dienen könnte, die sich um Risiken im Zusammenhang mit KI und der Konkurrenz aus China sorgen.