Goldman Sachs analysiert den Boom der US-IPO und die Marktnormalisierung angesichts von Bedenken über eine Blase

Goldman Sachs berichtet, dass die IPO-Volumina in den USA auf dem besten Weg sind, 2026 die Marke von 200 Milliarden Dollar zu überschreiten, was einen neuen Rekord setzen würde.

Trotz der Bedenken hinsichtlich einer Marktblase charakterisiert Goldman die aktuelle Aktivität als Normalisierung der IPOs, mit rund 60 Börsengängen in diesem Jahr, was nahe am 25-jährigen Median von 100 Deals jährlich liegt. Dies ist erheblich niedriger als die fast 400 IPOs während des Dotcom-Hochs 1999 und über 250 im Jahr 2021.

Ben Snider, der leitende US-Aktienstratege von Goldman Sachs, schlägt vor, dass die aktuelle IPO-Aktivität von einigen großen Deals und nicht von einem breit angelegten Boom getrieben wird. Im Gegensatz dazu warnt Owen Lamont von Acadian Asset Management, dass der Anstieg der Aktienemissionen auf eine Marktblase hindeuten könnte, und rät den Investoren, vorsichtig und geduldig zu sein.

Auch Bedenken, ob der Markt neue Angebote aufnehmen kann, sind vorhanden, insbesondere da die Lock-up-Perioden nach IPOs 2027 auslaufen werden.

Jay Ritter von der University of Florida glaubt jedoch, dass diese Bedenken übertrieben sind und weist darauf hin, dass US- börsennotierte Unternehmen jährlich etwa 1,6 Billionen Dollar an Investoren zurückgeben, was ausreichend Liquidität für neue Börsengänge bietet.

Im Gegensatz dazu bleibt die IPO-Aktivität in Europa gedämpft, da Unternehmen über 200 Milliarden Euro aufbringen, jedoch leicht negative Nettoaktienemissionen verzeichnen.

Die Strategen von Goldman, Peter Oppenheimer und Guillaume Jaisson, betonen, dass das Problem in Europa nicht ein Überangebot, sondern ein Mangel an inländischen Aktienzuflüssen ist, was zu nur etwa 40 IPOs im vergangenen Jahr führte.

In der Zwischenzeit hat sich der IPO-Markt in Hongkong erheblich erholt, wobei Prognosen darauf hindeuten, dass das gesamte Aktienangebot in diesem Jahr 110 Milliarden Dollar erreichen könnte, angetrieben von günstigen politischen Rahmenbedingungen und einer erhöhten Anzahl von Doppelnotierungen chinesischer Unternehmen.

Si Fu von Goldman führt diese Wiederbelebung auf eine Lockerung der Vorschriften und verbesserte Notierungsregeln zurück, wobei neue Börsengänge in Hongkong in den ersten drei Monaten eine durchschnittliche Rendite von 60 % erzielen. Goldman erwartet eine jährliche Nachfrage von über 400 Milliarden Dollar, die durch Unternehmensrückkäufe und Kapitalflüsse angeheizt wird.

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