Sandra Matz, Professorin an der Columbia Business School, warnt, dass die zunehmende Nutzung von KI durch Arbeitnehmer zu einem Verlust von Kreativität und unabhängigem Denken führen kann, da viele KI-Tools dazu neigen, sichere und offensichtliche Antworten zu liefern.
Derzeit berichten 43 % der US-Arbeitnehmer, dass sie KI in ihren Jobs verwenden, aber die Herausforderung besteht darin, nützliche Anwendungen von schädlichen zu unterscheiden.
Fred Oswald, ein Psychologe für Industrie- und Organisationspsychologie, betont die Notwendigkeit für Organisationen, das 'Wilde Westen' der KI-Nutzung zu navigieren, um Vorteile zu maximieren und gleichzeitig Risiken zu managen.
Matz schlägt vor, dass KI zwar die Produktivität steigern kann, indem sie alltägliche Aufgaben automatisiert, sie jedoch nicht das menschliche Urteilsvermögen oder die Kreativität ersetzen sollte. Americus Reed II von der Wharton School of Business beschreibt die Auslagerung des kritischen Denkens an KI als 'kognitive Kapitulation'.
Er plädiert dafür, KI zur Zusammenfassung und Analyse von Daten zu verwenden, anstatt sie als Ersatz für persönliche Einsichten zu betrachten. Besondere Bedenken bestehen für jüngere Arbeitnehmer, die möglicherweise zu stark auf KI angewiesen sind, was ihre berufliche Entwicklung behindern könnte.
Matz hebt auch hervor, dass die Nutzung von KI zur Kommunikation das Vertrauen unter Kollegen untergraben kann, da organische Interaktionen entscheidend für den Beziehungsaufbau sind. Die Herausforderung für Organisationen wird darin bestehen, die menschliche Verbindung in einer zunehmend automatisierten Umgebung aufrechtzuerhalten.
Eva Selenko, Professorin für Arbeitspsychologie, äußert Bedenken hinsichtlich der Auswirkungen von KI auf die berufliche Identität und schlägt vor, dass Arbeitnehmer Wert in einzigartig menschlichen Fähigkeiten finden müssen, die KI nicht replizieren kann, wie Kreativität und Beziehungsaufbau.