Im Juli fiel der offizielle Einkaufsmanagerindex (PMI) für das verarbeitende Gewerbe Chinas von 50,3 im Juni auf 49,2 und markierte damit die erste Kontraktion seit Februar, indem er unter die kritische 50-Punkte-Marke fiel. Dieser Rückgang erfolgt, während der zuvor die Wirtschaft unterstützende Exportboom zu schwinden beginnt, wobei Ökonomen einen stabilen PMI von 50 erwartet hatten.
Die Kontraktion beendet eine dreimonatige Expansionsphase, die weitgehend von Exporteuren angetrieben wurde, die Waren vor den erwarteten Erhöhungen der US-Zölle verschiffen wollten.
Die Verlangsamung ist besonders besorgniserregend, da Chinas Wirtschaft im zweiten Quartal nur um 4,3 % wuchs, der langsamste Anstieg seit über drei Jahren, und damit hinter dem Regierungsziel von 4,5 % bis 5 % zurückblieb.
Eine Umfrage des China Beige Book ergab, dass die Lieferungen in die USA im Vergleich zu den Vormonaten zum ersten Mal seit mehreren Monaten zurückgegangen sind, was zu einer breiteren Verlangsamung der Fabrikaktivitäten und des Beschäftigungswachstums in allen befragten Sektoren beiträgt.
Auch die Einzelhandelsumsätze sanken im Juli im Vergleich sowohl zum Vormonat als auch zum gleichen Zeitraum des Vorjahres, was insbesondere die Reise- und Restaurantbranche betrifft.
Die enttäuschenden Daten dürften die Erwartungen an eine Lockerung der Politik erhöhen, obwohl jüngste Äußerungen chinesischer Führungskräfte den Fokus auf das Management struktureller Risiken anstelle sofortiger Wachstumsmaßnahmen betonten.