Das Forward-Kurs-Gewinn-Verhältnis des S&P 500 von 21 zeigt, dass Investoren über die nächsten 12 Monate hinweg erhebliches Gewinnwachstum erwarten, insbesondere im Vergleich zum rückläufigen KGV von 28.
Experten warnen, dass dieser große Unterschied zwischen den beiden Verhältnissen selten außerhalb von Marktexzessen, wie im Jahr 2000, zu beobachten ist und signalisiert, dass die aktuelle Bewertung des Marktes stark auf optimistischen Gewinnprognosen beruht.
Aswath Damodaran von der NYU Stern weist darauf hin, dass der Unterschied zwischen rückläufigen und erwarteten Gewinnen eine erhebliche Erwartung an zukünftiges Wachstum widerspiegelt.
Itzhak Ben-David von der Ohio State University betont, dass ein so großer Unterschied darauf hindeutet, dass die heutigen Bewertungen historisch gesehen anspruchsvoll sind, da die implizierten Wachstumsraten selten ohne vorherige Gewinnrückgänge erreicht wurden.
John Campbell von Harvard warnt ebenfalls, dass, obwohl Analysten kurzfristige Gewinne genau vorhersagen können, dies kein nachhaltiges Wachstum garantiert. Er plädiert dafür, das zyklisch angepasste Kurs-Gewinn-Verhältnis (CAPE) für eine genauere langfristige Bewertung zu verwenden, das darauf hindeutet, dass Aktien überbewertet sein könnten.
Der Artikel hebt die Risiken hervor, die mit der Abhängigkeit von Forward-Gewinnschätzungen verbunden sind, da historische Daten darauf hindeuten, dass rückläufige KGVs möglicherweise bessere Einblicke in zukünftiges Wachstum bieten.
Insgesamt erscheint die aktuelle Marktsituation prekär, mit hohen Erwartungen, die zu erheblichen Korrekturen führen könnten, wenn die Gewinne die Prognosen nicht erfüllen.