Der iShares Latin America 40 ETF (ILF) ist seit Jahresbeginn um 15 % gestiegen und hat damit den Anstieg des S&P 500 von 11 % übertroffen. Seit Ende 2024 hat er über 70 % zugelegt. Laut Ernesto Revilla, dem Chefökonom für Lateinamerika bei Citi, ist die Region gut positioniert für erhebliches Wachstum, vorausgesetzt, sie nutzt die aktuellen günstigen Bedingungen.
Zu den Schlüsselfaktoren gehören ein schwacher Dollar, hohe Rohstoffpreise und ein politisches Umfeld, das unternehmensfreundliche Reformen begünstigt.
Revilla betont, dass der schwache Dollar die Renditen erhöht und die Kosten für die Schuldenrückzahlung senkt, während moderne geldpolitische Praktiken helfen, die Inflation zu kontrollieren, was zu hohen realen Zinssätzen führt, insbesondere in Brasilien, die ausländische Investitionen anziehen.
Länderspezifische Chancen werden hervorgehoben, wie Mexikos Rolle im KI-Boom und Argentiniens marktfreundliche Reformen. Risiken bleiben jedoch bestehen, insbesondere die potenziellen Auswirkungen steigender US-Zinsen und klimabedingte Herausforderungen wie El Niño, die die Landwirtschaft betreffen.
Analysten schlagen vor, dass ein anhaltendes Gewinnwachstum entscheidend ist, um die aktuelle Marktdynamik aufrechtzuerhalten, und selbst eine bescheidene Verschiebung des globalen Kapitals in Richtung Lateinamerika könnte die Märkte der Region erheblich beeinflussen.
Der iShares MSCI Brazil ETF (EWZ) wird als primäres Investitionsvehikel genannt, das in diesem Jahr um 18 % gestiegen ist und eine erhebliche Exposition gegenüber wichtigen Sektoren wie Bergbau und Finanzdienstleistungen aufweist.
Darüber hinaus könnte die bevorstehende Präsidentschaftswahl in Brasilien als Katalysator für Marktbewegungen dienen, da Umfragen auf ein wettbewerbsfähiges Rennen zwischen dem unternehmensfreundlichen Kandidaten Flavio Bolsonaro und dem amtierenden Präsidenten Lula da Silva hindeuten.