Die kürzliche Verabschiedung eines Sanktionsgesetzes durch das US-Repräsentantenhaus gibt Präsident Trump die Befugnis, Zölle von bis zu 100% auf Länder zu erheben, die Öl aus Russland kaufen, wobei insbesondere große Käufer wie China und Indien ins Visier genommen werden.
Dieser gesetzgeberische Schritt folgt dem BRICS-Gipfel, bei dem die Führer, einschließlich des russischen Präsidenten Wladimir Putin, einseitige Sanktionen kritisierten, ohne die USA ausdrücklich zu benennen.
Experten, darunter Deborah Elms von der Hinrich-Stiftung, weisen darauf hin, dass die fünf größten Käufer russischer Energie jetzt 'äußerst besorgt' über die potenziellen Auswirkungen dieser Zölle sind.
China und Indien haben ihre Importe von vergünstigtem russischem Rohöl seit Beginn des Ukraine-Kriegs erheblich erhöht, wobei China für die Hälfte der russischen Rohölexporte und Indien für 37% Ende August verantwortlich war.
Analysten glauben, dass, obwohl Zölle den USA ein Druckmittel bieten könnten, sowohl China als auch Indien aufgrund von Bedenken hinsichtlich der Energiesicherheit wahrscheinlich ihre Ölkäufe aus Russland nicht reduzieren werden.
Die Situation wird durch Indiens laufende Handelsverhandlungen mit den USA und seine Abhängigkeit von russischem Öl, das Mitte 2023 über 50% seiner Rohölimporte ausmachte, weiter kompliziert. Das indische Außenministerium hat sein Engagement für die Energiesicherheit zum Ausdruck gebracht, was auf eine mögliche Gegenreaktion gegen den Druck der USA hindeutet.
Die Verabschiedung des Gesetzes könnte Indiens Handelsabkommen mit den USA behindern, während das Land die Komplexität seiner Energiebedürfnisse und geopolitischen Beziehungen navigiert.
Das Potenzial für Vergeltungsmaßnahmen aus China und die politischen Implikationen für Indien unterstreichen das empfindliche Gleichgewicht, das die USA in ihrer Außenpolitik in Bezug auf Energieimporte und Sanktionen wahren müssen.