In seiner Rede beim Treffen in Jackson Hole nahm Federal Reserve Vorsitzender Kevin Warsh einen überraschend geldpolitisch straffen Ton an, was zu einem Anstieg der Markterwartungen für eine Zinserhöhung um einen Viertelpunkt im nächsten Monat führte. Laut dem FedWatch-Tool der CME sehen Händler nun eine 60,4%ige Wahrscheinlichkeit für diese Erhöhung, ein Anstieg von 56% nur wenige Tage zuvor.
Die Deutsche Bank stellte fest, dass Warshs spezifische Kommentare zur Wirtschaft und zu Inflationsrisiken unerwartet waren und ein Bekenntnis zur Preisstabilität nahelegen, was die Wahrscheinlichkeit einer Straffung der Geldpolitik in diesem Jahr verstärkt.
UOB hob hervor, dass Warshs Äußerungen zwar eine Bereitschaft zur Reaktion auf Inflationsdaten anzeigen, jedoch Skepsis über die Notwendigkeit einer Zinserhöhung besteht, wie von Matthew J. Maley von Miller Tabak + Co. geäußert. Er argumentierte, dass die aktuellen wirtschaftlichen Indikatoren einen solchen Schritt nicht unterstützen.
Darüber hinaus könnte Warshs Fokus auf der Beibehaltung der kurzfristigen Zinssätze als primärem geldpolitischen Instrument Spannungen mit dem US-Finanzministerium schaffen, das seine Rückkäufe von langfristigen Wertpapieren erhöht, um die Renditen zu steuern.
Die Reaktion des Marktes war negativ für Gold, das im August einen signifikanten Anstieg verzeichnet hatte, da Warshs Bekenntnis zu einem Inflationsziel von 2% den Dollar stärkt und die Attraktivität von Gold als Inflationsschutz verringert.