Am 16. Juni 2026 erhöhte die Bank of Japan (BOJ) ihren Leitzins auf 1%, was die erste Erhöhung seit Dezember 2025 und den höchsten Zinssatz seit 1995 markiert. Diese Entscheidung wurde von Ökonomen erwartet und spiegelt eine wachsende Besorgnis über die Inflation wider, die durch steigende Energiekosten und den anhaltenden Konflikt im Iran beeinflusst wurde.
Die Entscheidung der BOJ wurde mit 7 zu 1 Stimmen unterstützt, wobei der Vorstandsmitglied Toichiro Asada dagegen stimmte und eine Beibehaltung des Zinssatzes bei 0,75% bevorzugte. Nach der Ankündigung stieg der japanische Leitindex Nikkei 225 um 0,46%, und der Yen stärkte sich leicht auf 160,22 gegenüber dem Dollar.
Die Zentralbank kündigte auch Pläne an, die Käufe von Staatsanleihen um 200 Milliarden Yen pro Quartal zu reduzieren, bis der Rückgang 2027 gestoppt wird, während die monatlichen Käufe von 2 Billionen Yen beibehalten werden.
Die BOJ stellte fest, dass die Verbraucherpreise aufgrund staatlicher Maßnahmen zur Entlastung der Energiekosten der Haushalte unter 2% geblieben sind, jedoch wird erwartet, dass steigende Rohölpreise die Verbraucherpreise erheblich beeinflussen.
Der Produzentenpreisindex verzeichnete im Mai einen bemerkenswerten Anstieg von 6,3%, der schnellste Anstieg seit über drei Jahren, bedingt durch Energiekosten. Analysten, darunter Tai Hui von J.P.
Morgan Asset Management, deuten darauf hin, dass die Entscheidung der BOJ auf einen stärkeren Fokus auf Inflation statt auf Wachstum hinweist, insbesondere mit den Erwartungen eines reduzierten Angebotschocks aus der Straße von Hormuz.
Der schwache Yen, der bedeutende Interventionen in Höhe von 11,7 Billionen Yen im Mai erforderlich machte, stellt weiterhin Herausforderungen dar, indem er die importierte Inflation erhöht und die Staatsfinanzen belastet. Trotz der jüngsten niedrigen Inflationszahlen führen Analysten dies auf verschiedene politische Maßnahmen und nicht auf eine zugrunde liegende wirtschaftliche Stärke zurück.