Die Ölexporte Saudi-Arabiens über den Mittelmeerhafen Sidi Kerir sind im August auf etwa 2,3 Millionen Barrel pro Tag gestiegen, verglichen mit rund 1 Million bpd im Juli, so Kpler.
Dieser Anstieg wird größtenteils dem saudischen Rohöl zugeschrieben, da das Königreich Alternativen zum Roten Meer sucht, aufgrund von Houthi-Angriffen auf seine Tanker und einem vom Houthi verhängten maritimen Embargo. Matt Smith, Direktor für Rohstoffforschung bei Kpler, betonte, dass dies keine vorübergehende Maßnahme sei, sondern eine bedeutende strategische Wende für Saudi-Arabien.
Die Sumed-Pipeline verbindet Sidi Kerir mit dem Hafen von Ain Sokhna im Roten Meer und ermöglicht es Supertankern, die Gewichtsbeschränkungen des Suezkanals zu umgehen. Die jüngsten geopolitischen Spannungen haben den Druck auf die saudischen Exporte erhöht, insbesondere durch die Straße von Bab el-Mandeb, wo die Lieferungen aus Yanbu seit der Bekanntgabe des Embargos um fast 90 % gesunken sind.
Der CEO von Saudi Aramco, Amin Nasser, wies darauf hin, dass das Unternehmen alternative Routen zum Mittelmeer hat, obwohl diese längere und kostspieligere Reisen um Afrika herum beinhalten könnten.
Der Großteil des Rohöls aus Sidi Kerir wird jetzt in die USA und nach Europa geleitet, was auf eine Verschiebung in den Marktdynamiken hindeutet, da asiatische Kunden es möglicherweise als weniger kosteneffektiv empfinden, Öl über die längere Route zu transportieren.
Trotz dieser Anpassungen bleiben Risiken bestehen, wie die jüngsten Drohnenangriffe auf LNG-Schiffe im ägyptischen Hafen von Damietta zeigen, die die anhaltende Volatilität in der Region verdeutlichen.