Am Freitag fielen die Brent-Rohöl-Futures um 0,94 % auf 103,83 $ pro Barrel, während die US-West-Texas-Intermediate-Futures um 0,88 % auf 101,01 $ pro Barrel sanken.
Der Preisrückgang erfolgt vor dem Hintergrund neuer Grenzangriffe zwischen Saudi-Arabien und den vom Iran unterstützten Houthis, was Ängste vor weiteren Störungen der bereits seit den US- und israelischen Aktionen gegen den Iran im Februar angespannten Energieversorgung aufwarf.
Berichte, die darauf hindeuten, dass Saudi-Arabien alternative Routen gefunden hat, um Rohöl über Oman an asiatische Märkte zu liefern, haben einige dieser Bedenken gemildert.
Simon-Peter Massabni, Leiter der Geschäftsentwicklung bei XS.com, stellte fest, dass der aktuelle Rückgang der Ölpreise eine Reduzierung der geopolitischen Risikoprämie widerspiegelt und nicht einen grundlegenden Wandel im Ölmarkt darstellt.
Er betonte, dass, während verbesserte Logistik das wahrgenommene Risiko von Versorgungsunterbrechungen verringert haben, die allgemeine Verwundbarkeit des Versorgungsnetzes im Nahen Osten weiterhin besorgniserregend bleibt, insbesondere in Bezug auf die Straße von Hormuz und die Ölexportrouten.
Massabni erwartet, dass die Ölpreise in naher Zukunft stärker von geopolitischen Ereignissen als von traditionellen Angebots- und Nachfragemetriken beeinflusst werden.
Wenn Saudi-Arabien seine Rohölströme nach Asien aufrechterhält und die Ost-West-Pipeline erfolgreich wiederherstellt, könnten die Preise zusätzlichen Abwärtsdruck erfahren; umgekehrt könnten erneute Störungen die Risikoprämie schnell wieder erhöhen.