Die Rede von Federal Reserve Vorsitzendem Kevin Warsh beim Jackson Hole Symposium hat zu einer signifikanten Veränderung der Markterwartungen bezüglich der Zinssätze geführt. Nach seinen Äußerungen stieg die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung während des Treffens des Federal Open Market Committee am 15.-16. September auf 66,1%, fast doppelt so hoch wie die vorherige Wahrscheinlichkeit.
Warsh betonte die Notwendigkeit von Vertrauen in die zugrunde liegenden Inflationsentwicklungen und erklärte, dass die jüngsten schwachen Inflationszahlen keine ausreichende Verbesserung anzeigen.
Allerdings äußerten Finanzminister Scott Bessent und Citigroup-Ökonom Andrew Hollenhorst Skepsis hinsichtlich der Dringlichkeit einer Zinserhöhung und verwiesen auf einen Angebots-Schock sowie auf die jüngsten wirtschaftlichen Daten, die eine gedämpfte Kerninflation zeigen.
Analysten beobachten genau die bevorstehenden Arbeitsmarktdaten und Inflationszahlen, die die Entscheidung der Fed beeinflussen könnten.
David Kelly von JPMorgan merkte an, dass die Wirtschaft möglicherweise nicht so stark ist, wie Warsh angedeutet hat, während Bank of America hervorhob, dass Warshs Kommentare die Erwartungen an eine Zinserhöhung erhöht haben, was ihn unter Druck setzt, zu liefern.
Insgesamt neigen die Märkte zwar zu einer Zinserhöhung, jedoch deuten die vorherrschenden wirtschaftlichen Indikatoren auf Vorsicht hin.