Im April hielten die Federal Reserve und das Finanzministerium ein entscheidendes Treffen mit den CEOs führender Banken ab, um die potenziellen Cybersicherheitsbedrohungen zu erörtern, die von Anthropics KI-Modell Claude Mythos Preview ausgehen.
Dieses Modell wurde entwickelt, um Softwareanfälligkeiten zu identifizieren und wurde zunächst einer ausgewählten Gruppe von Institutionen im Rahmen des Projekts Glasswing zur Verfügung gestellt. Die Fed erhielt jedoch mindestens drei Monate lang keinen Zugang zu Mythos, wodurch sie und andere Finanzinstitute während der Arbeit an der Behebung ihrer Schwachstellen ungeschützt blieben.
Mitte Juli wies Fed-Vorsitzender Kevin Warsh darauf hin, dass die Bemühungen, Zugang zu Mythos und anderen KI-Modellen zu sichern, weiterhin im Gange seien und betonte die Bedeutung dieser Technologien zum Schutz des Bankensystems.
Die Situation wird durch die komplexe Beziehung von Anthropic zu den staatlichen Vorschriften verschärft, insbesondere nach Exportkontrollrichtlinien, die den Zugang zu dem Modell vorübergehend einschränkten.
Der Mangel an Zugang der Fed hat Kritik auf sich gezogen, wobei Branchenexperten anmerken, dass die Zentralbank an vorderster Front bei der Bewertung solcher transformativen Technologien stehen sollte. In der Zwischenzeit wirft der Wettbewerb durch chinesische KI-Modelle, wie das Kimi K3 von Moonshot AI, weitere Bedenken hinsichtlich der Position der USA im globalen KI-Markt auf.
Die Schwierigkeiten der Fed, mit den technologischen Fortschritten Schritt zu halten, könnten ihre Fähigkeit beeinträchtigen, die finanzielle Stabilität und die Cybersicherheitsrisiken in einer zunehmend digitalen Wirtschaft effektiv zu managen.