Die neueste CNBC Fed-Umfrage zeigt, dass 86% der Befragten mit mehreren Zinserhöhungen der Federal Reserve rechnen, ein bemerkenswerter Anstieg von nur 46% im Vormonat. Diese Veränderung folgt auf eine hawkische Rede von Fed-Vorsitzendem Kevin Warsh und anhaltenden Inflationsdruck, insbesondere durch steigende Ölpreise, die aufgrund geopolitischer Spannungen voraussichtlich hoch bleiben werden.
Neil Dutta von Renaissance Macro Research betonte, dass die aktuellen Daten keinen schnellen Rückkehr zu den Zielinflationsniveaus nahelegen, während Kathy Bostjancic von Nationwide das Risiko höherer Energiepreise hervorhob, die die breitere Inflation beeinflussen könnten.
Die Umfrage spiegelt auch Skepsis über die Fähigkeit der Fed wider, angebotsbedingte Inflation durch Zinserhöhungen zu steuern. Trotz dieser Inflationssorgen bleibt die Wachstumsprognose stabil, mit einem prognostizierten BIP-Wachstum von etwa 2,25% für die nächsten zwei Jahre und einer Wahrscheinlichkeit von 29% für eine Rezession.
Der S&P 500 wird voraussichtlich bis zum Jahresende stabil bleiben, mit einem prognostizierten Anstieg von 8% im nächsten Jahr. Analysten warnen jedoch, dass die aktuellen wirtschaftlichen Bedingungen möglicherweise nicht mit dem geldpolitischen Zinssatz der Fed übereinstimmen, was darauf hindeutet, dass entweder die Inflation sinken muss oder die Fed weitere Erhöhungen umsetzen muss.
Darüber hinaus hat Warshs Kommunikationsstil positive Rückmeldungen erhalten, wobei viele Befragte weniger häufige Vorausguidance von der Fed bevorzugen.
Die Umfrage hebt auch potenzielle Marktrisiken hervor, die sich aus den laufenden politischen Entwicklungen ergeben, wobei eine Mehrheit erwartet, dass die Demokraten die Kontrolle über das Repräsentantenhaus gewinnen, während die Republikaner den Senat behalten.